Landesamt fŘr Geoinformation und Landentwicklung
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FAQ - Häufig gestellte Fragen

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Thema: SAPOS® EPS Dienst

Wo ist EPS zu empfangen?
Der EPS-Dienst ist in Deutschland überall dort zu empfangen, wo GNSS und mobiles Internet über Mobilfunk verfügbar ist.

 

Wie genau ist der EPS-Dienst?

Zwischen 0,3 und 0,8 Meter in der Lage in ETRS89 (UTM). Die Positionsgenauigkeit nimmt mit der Entfernung zur verwendeten Referenzstation ab. Diese liegt in Baden-Württemberg, als virtuelle Referenzstation, bei Sindelfingen.

 

Was benötige ich zur Nutzung von EPS?
Sie benötigen einen GNSS-Empfänger, der RTCM-Korrekturdaten verarbeiten kann. Für Endgeräte ohne integrierten Ntrip-Client kann die kostenfreie Software "GNSS-Internet Radio" des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG) auf einem mobilen PC verwendet werden (Downloadmöglichkeit von http://igs.bkg.bund.de/index_ntrip_down.htm ).

Für den Empfang der EPS-Korrekturdaten über mobiles Internet ist ein internes oder externes Modem (Handy) vonnöten.

 

Was kostet die Nutzung von EPS?
Entgeltfrei. Es fallen somit nur Mobilfunkkosten an.

 

Wie komme ich an die EPS-Korrekturen?

Bitte verwenden Sie das Anmeldeformular unter dem Navigationspunkt "Registrierung". Das im Formular aufgeführte Verwaltungsentgelt wird für den EPS-Dienst nicht erhoben.

 

Die EPS Korrekturdaten für die GPS-und die GLONASS-Satelliten sind über das (mobile) Internet abrufbar. Ihr Empfänger benötigt diese Korrekturen im Sekundentakt, sodass er während der ganzen Messung mit dem Internet verbunden sein muß.

 

 

Thema: SAPOS® HEPS Dienst

Wie melde ich mich für den HEPS-Dienst an ?
Die Registrierung finden Sie hier.

 

Ist der HEPS-Dienst für das Kataster zugelassen ?
Ja. Es gibt keinerlei Einschränkungen bezüglich VRS, FKP, MAC oder der Art der verwendeten Satellitensysteme. Die Einzelheiten dazu entnehmen Sie bitte den entsprechenden Vorschriften.

 

Was bekomme ich als Ergebnis einer HEPS-Messung?
Unter guten Messbedingungen erhalten Sie Koordinaten im einzigen amtlichen Bezugssystem ETRS89 (UTM) mit ca. 1-2 cm Lagegenauigkeit und ellipsoidische Höhen mit ca. 2-3 cm Genauigkeit. 

 

Bei der Verwendung der SAPOS®-Transformationsmessage erhalten Sie Normalhöhen im DHHN2016 (Status 170) und Koordinaten im abgelösten System DHDN (GK). Die Lagegenauigkeit liegt in dem Fall deutlich unter 10cm und die Höhengenauigkeit bei unter 5 cm.

Die Genauigkeit hängt von der Anzahl der Satelliten, der Satellitenkonstellation und den atmosphärischen Bedingungen ab. Die Transformation über die SAPOS®-Daten nach DHDN (GK) wird nur noch zeitlich begrenzt angeboten !

 

Was ist für Messergebnisse im Landeshöhensystem (DHHN2016, Status 170) zu beachten?
Über mobiles Internet, in Verbindung mit Ntrip, versenden wir Transformationsinformationen in das Landeshöhensystem DHHN2016, Status 170. Außerdem wird noch die Lagetransformation nach DHDN/GK unterstützt; dies allerdings nur noch zeitlich begrenzt.

Voraussetzung ist, dass die Messausrüstung dazu in der Lage ist die Message richtig zu verarbeiten, und die entsprechenden Einstellungen am GNSS-Rover vorgenommen wurden.

Aufgrund der vielen unterschiedlichen GNSS Empfänger, externer Feldrechner und Softwarepakete ist es möglich, dass nicht alle Kombinationen zum Erfolg führen. Informieren Sie sich dazu bei Ihrem Fachhändler.

 Wenn Sie die Transformationsmessage nicht nutzen, erhalten Sie amtliche ETRS89-Koordinaten und ellipsoidische Höhen.

 

Was ist besser, HEPS mit VRS, FKP oder MAC?
Bei diesen drei unterschiedlichen Vernetzungsrepräsentationen zur Bestimmung der Korrekturdaten gibt es kaum nennenswerte Unterschiede in der Performance. Die Differenzen in Genauigkeit und Fixingzeit liegen außerhalb der Meßgenauigkeit und zeigen nur unter speziellen Bedingungen leicht unterschiedliche Ergebnisse.

Ist der Rover z.B. in ständiger Bewegung (Schiff, Auto) hat sich das FKP-Verfahren als vorteilhaft erwiesen. Wir haben die vergangen Jahre beobachtet, dass die meisten unserer HEPS-Kunden die Korrekturdaten einer virtuellen Referenzstation (VRS) bevorzugen.

 

Welches Mobilfunknetz muss / kann ich verwenden?

Es ist der Abschluss eines Datenvertrages bei einem Telekommunikationsanbieter erforderlich, um die Übertragungstechnik Ntrip ( mobiles Internet ) nutzen zu können. Zur Berechnung des benötigten Datenvolumens ist ein Verbrauch von etwa 3 MB pro Stunde bei ununterbrochener Einwahl anzunehmen. Bei der Auswahl des Netzbetreibers sind Sie völlig frei. Zu beachten sind lediglich die unterschiedlichen Netzverfügbarkeiten in Ihrem Messgebiet.

 

Können sich zwei Firmen eine GNSS-Ausrüstung für SAPOS® HEPS teilen?
Das ist möglich, aber mit folgenden Hinweisen und Ausnahmen:
Z.B. zwei Ingenieurbüros steht es frei, gemeinsam eine Ausrüstung zu betreiben, allerdings können wir für eine SIM-Karte immer nur eine zugehörige Firma buchen.

 

Wo kann ich SAPOS® HEPS empfangen bzw. was ist, wenn ich keinen Empfang habe?
Der SAPOS®-Dienst deckt ganz Deutschland mit ca. 270 vernetzten Referenzstationen ab. Da nicht nur alle Bundesländer sondern auch Nachbarländer wie Österreich, Schweiz, Frankreich etc. in die Vernetzungen einbezogen sind, gibt es an Ländergrenzen keine Spannungen.

Das Gebiet von Baden-Württemberg wird von 16, gut verteilten Stationen abgedeckt. Die Erreichbarkeit der SAPOS®-Korrekturdaten ist jedoch vom Netzbetreiber abhängig. So kann es sein, dass sie je nach Netzdichte z.B. kein Empfang im Schwarzwald haben. Somit erhalten sie dort auch keine SAPOS®-Korrekturdaten. Die Messung kann aber fortgesetzt werden, indem man auf den zu messenden Punkten die GNSS-Rohdaten aufzeichnet und die Messungen später im Büro über SAPOS® GPPS auswertet.

 

Was ist mit Messungen an Ländergrenzen und eventueller Extrapolation?

Jedes Bundesland betreibt seine eigenen Referenzstationen. Somit gibt es für jedes Bundesland eine gesonderte Einwahlnummer für SAPOS® HEPS. Durch die länderübergreifende Vernetzung der Referenzstationen existiert jedoch an den Ländergrenzen ein Streifen von gut 30 km Überlappung, so dass von beiden Ländern aus gemessen werden kann. Dies, oder auch Extrapolationen von 30km haben keine Verschlechterung der Messergebnisse zur Folge.

Wichtig: Sollten Sie sich von ausländischen Mobilfunknetzen aus (Schweiz, Frankreich...) bei SAPOS® einwählen, müssen Sie vor der Einwahlnummer die Länderkennung 0049 (721161...) setzen. Sollte die Einwahl dennoch nicht funktionieren, melden Sie sich bei der SAPOS®-Hotline (0170-85 72 321).

 

Was gibt es für Möglichkeiten, wenn ich in verschiedenen Bundesländern messen möchte?
Wer in verschiedenen Bundesländern messen möchte, kann sich bei der Zentralen-Stelle SAPOS® registrieren. Die gibt die Registrierung an alle Bundesländer weiter, sodass Sie für ganz Deutschland freigeschaltet werden. Sie erhalten dann monatlich eine Sammelrechnung von der Zentralen-Stelle SAPOS®. Zu den anfallenden Kosten informieren Sie sich bitte bei der Zentralen-Stelle SAPOS®

 

Welche Voraussetzungen sind notwendig, um SAPOS® HEPS nutzen zu können?
Man braucht eine RTK-fähige L1/L2 Messausrüstung mit einem internen oder externen Mobilfunkgerät. Dazu eine SIM-Karte eines beliebigen Netzbetreibers und die Registrierung bei SAPOS®.

 

Welche Datenformate werden in Baden-Württemberg ausgesendet?
Mobilfunknummer, GSM: RTCM3.1 für VRS
Mobiles Internet, Ntrip:  RTCM 3.1 für VRS, MAC und FKP und RTCM 3.2 für VRS

 

Welche Satellitennavigationssysteme werden unterstützt?

Das europäische Galileo, das amerikanische GPS und das russische Glonass. Besonderheiten für die Nutzung von Galileo-Korrekturen:
Benötigt wird ein Galileo-tauglicher Empfänger, der das Korrekturdatenformat RTCM 3.2 verarbeiten kann. Für den Empfang von GPS und Glonass-Korrekturen muss der Empfänger RTCM3.1 oder RTCM3.2 verarbeiten können.

 

Wie viele Satelliten sind für die RTK Messung notwendig?

Zur Initialisierung bei Phasenmessungen (HEPS) werden mindestens 5 Satelliten benötigt. Moderne Empfänger machen dabei keinen Unterschied, ob man z.B. 5 GPS oder 2 GPS + 3 GLONASS Satelliten verwendet. Die Güte und Geschwindigkeit der Initialisierung, und damit auch die Messgenauigkeit, hängt stark von der Anzahl und der Konstellation der Satelliten und atmosphärischen Einflüssen ab. Ist eine Initialisierung erreicht, kann im Notfall auch mit 4 Satelliten weitergemessen werden.

 

Wie lange müssen die Standzeiten pro Messpunkt sein?
Als Standzeiten sind meistens 10 Sekunden ausreichend. Längere Standzeiten bringen keine besseren Ergebnisse. Für eine Genauigkeitssteigerung/-kontrolle den Punkt mit einer neuen Initialisierung ein zweites Mal messen.

 

Wie lange dauert die Initialisierung vor Messbeginn?
Die Initialisierung (Fixing) und deren Güte hat einen großen Einfluß auf die Genauigkeit der folgenden Messungen. Eine gute und schnelle Initialisierung erreicht man mit möglichst vielen, gut verteilten Satelliten. Der Empfänger sollte die Initialisierung nach spätestens 90 Sekunden erreichen.

Ist dies nicht der Fall, den Einwahlversuch abbrechen und noch einmal neu versuchen. Bei einer Initialisierung, die erst nach 3 Minuten zustande kommt, muss unter Umständen mit schlechten Messergebnissen gerechnet werden!

 

Welche Vorteile bietet die SAPOS®-Vernetzung?
- Höhere Genauigkeit auch bei größerem Abstand zur Referenzstation
- Schnellere + zuverlässigere Initialisierung
- Höhere Zuverlässigkeit des Systems
- Kontrolle der Datenqualität der Referenzstationen

- Optimale Berücksichtigung ionosphärischer Fehler

 

Thema: SAPOS® GPPS Dienst

Wie melde ich mich für den GPPS-Dienst an?

Die Registrierung finden Sie hier.

 

Wie bestelle ich die GPPS-Daten?
Wenn Sie registrierter Kunde sind, können Sie sich die gewünschten GPPS-Daten im RINEX-Format hier im internen Bereich über den Punkt "GPPS-Shop" herunterladen oder sich direkt die Koordinaten mit dem Berechnungsdienst GPPS-PrO berechnen lassen.

 

Welche Satellitennavigationssysteme werden unterstützt?
Die GPPS-Daten in Baden-Württemberg enthalten GPS- und GLONASS-Daten.

 

Wie lange zurückliegend kann ich GPPS-Daten abrufen?
GPPS-Daten im 1 Sekundentakt können ab 90 Minuten und bis zu 200 Tage nach der Messung abgerufen werden. Sowohl Daten einer physikalischen Station als auch Daten für eine beliebige virtuelle Referenzstation (VRS). Nach 200 Tagen werden die Daten auf 15 Sekunden ausgedünnt. Diese sind ab 2002 verfügbar.

 

Gibt es GPPS-Daten auch vernetzt ?
Ja, es ist sogar ratsam sich eine virtuelle Referenzstation (VRS) berechnen zu lassen, da es bessere Ergebnisse verspricht als der Weg über eine "echte" Referenzstation. Bei der Bestellung benötigt man eine genäherte WGS84- oder ETRS89 (B,L,h)- Position in der Mitte des Messgebiets, an der die VRS berechnet werden soll.

 

Was kosten die GPPS-Daten?
Die Daten sind entgeltfrei. Für die Zugangskennung ist ein einmaliges Verwaltungsentgelt von 150€ (umsatzsteuerfrei) zu entrichten.

 

Welche Geräte benötige ich zur Nutzung von SAPOS® GPPS?
Sie brauchen eine GNSS-Ausrüstung mit ausreichend Speicher für die GNSS-Rohdaten. Dazu einen PC und eine GNSS-Auswertesoftware.

 

Was ist der Berechnungsdienst GPPS-PrO?

Den Berechnungsdienst finden Sie im GPPS-Shop. Diese Onlineanwendung nimmt Ihnen die selbständige Auswertung Ihrer GNSS-Messungen ab, die Sie ohne Referenzstationsdaten durchgeführt haben (da z.B. kein Mobilfunkempfang vorhanden war). Sie müssen hier keine RINEX-Daten abrufen und diese mit einem eigenen Programm zeitaufwendig auswerten. Hier laden Sie Ihre Messdatei im RINEX-Format hoch und erhalten auf Knopfdruck eine ETRS89-Koordinate mit Qualitätsangaben. Bei Mehrfachmessungen auf einem Punkt erfolgt eine Mittelbildung mit statistischer Auswertung. Die Auswertung über den Berechnungsdienst ist für Liegenschaftsvermessungen zugelassen.

 

Thema: Allgemeines

Welche Lagegenauigkeiten sind bei Echtzeitvermessungen bzw. im Postprocessing zu erreichen?
Echtzeit: EPS: 0,5-0,8m ; HEPS vernetzt: 1-2cm (Vertrauensbereich: 1-Sigma = 68,3%)
Postprocessing: GPPS: 1cm - mm


Die Angaben beziehen sich auf das Bezugssystem ETRS89 und sind überdies abhängig von der Anzahl der Satelliten, deren Konstellation, der Standzeit (GPPS) und atmosphärischen Einflüssen.

 

Sind Messungen ganztägig uneingeschränkt möglich?

a.) Satelliten:

Das hängt vom Messgebiet ab. Auf freiem Gelände hat man immer ausreichend Satelliten zur Verfügung und kann problemlos messen, auch wenn nur GPS genutzt wird. Optimieren kann man die Situation, indem zusätzlich noch andere Satelliten (Glonass, Galileo) verwendet werden.

Anders sieht es bei Abschattungen (durch Vegetation, Bebauung...)aus. Wichtig ist dann eine gute Konstellation der vorhanden Satelliten und die Vermeidung von Mehrwegeeffekten. Eine Einschätzungsmöglichkeit dazu bietet die Anzeige des Signal/Rausch-Verhältnis im Empfänger (>35).

b.) Mobilfunkempfang:

Auch mit 20 Satelliten bekomme ich keine hohen Genauigkeiten, wenn der Mobilfunkempfang gestört ist und ich keine SAPOS®-Daten empfange! Aus diesem Grund können SIM-Karten verschiedener Mobilfunkbetreiber sinnvoll sein.

 

Wie schütze ich mich vor Genauigkeitsausreißern ?
Sicherste Methode:
Zwei (oder mehr) unabhängige Messungen zu unterschiedlichen Zeiten, mit unterschiedlichen Satellitenkonstellationen und unterschiedlichen Initialisierungen.

Minimal Methode:
Den ersten Punkt mit zwei verschiedenen Initialisierung einmessen. Liegen die beiden Messungen im geforderten Genauigkeitsbereich, kann mit der zweiten Initialisierung weitergemessen werden. Geht die Initialisierung verloren, wieder mit zwei unabhängigen Initialisierungen beginnen.

Dringend empfohlen:
Kontrollmessungen auf bekannten Punkten.

Vorbeugung:
- Verwendung von möglichst vielen Satelliten

- Vernetzt messen

- Abschattungen, Mehrwegeffekte und atmosphärische Störungen vermeiden

- Im Empfänger Limits bei DOP-Wert, Elevation und Signal/Rausch-Verhältnis einstellen

 

Das Problem der Ausreißer ist ein allgemeines GNSS-Echtzeit- Problem und kein spezifisches SAPOS®-Problem !