Landesamt fŁr Geoinformation und Landentwicklung

Freitag, 26. April 2019Startseite > GNSS > H√∂hen

Höhen

 

Die aus GNSS-Messungen erhaltenen Höhen für einen Punkt auf der Erdoberfläche haben für die Praxis leider nur eine geringe Bedeutung, denn wie die Koordinaten, beziehen auch sie sich auf das WGS84 Ellipsoid, bzw. bei der Verwendung von SAPOS®-Korrekturen, auf das GRS80 Ellipsoid.

 

Für die Vermessungspraxis brauchbare Höhen müssen sich auf eine Höhenbezugsfläche beziehen. Im Falle der oft benötigten DHHN2016* Normalhöhen (Status 170 oder auch NHN-Höhen genannt) ist diese Bezugsfläche das Quasigeoid. Das Quasigeoid (z.B. German Combined Quasi-Geoid2016 = GCG2016) wird aus unzähligen Lage-, Höhen- und Schweremessungen generiert und ist der Versuch eine bestmögliche Anpassung an das tatsächliche Geoid zu erreichen.

 

Infolge der Topographie (z.B. Gebirge) und unterschiedlichen Dichten des Gesteins, weist die Schwere schwankende Werte auf. Somit hat das Quasigeoid einen wellenförmigen Verlauf, der sogar kleinräumig variieren kann, und unabhängig vom Verlauf der Erdoberfläche ist.

Der Abstand zwischen der mathematischen Fläche des Ellipsoids und dem Quasigeod ist also nicht konstant und wird als (Quasigeoid-) Undulation bezeichnet.

 

Die von uns gewünschten Normalhöhen* ergeben sich, indem man von den aus GNSS gewonnen ellipsoidischen Höhen eine wechselnde Undulation abzieht.

H_DHHN2016 = H_Ell. Undulation

 

 

 

 



Wie erhalte ich DHHN2016-Höhen ?

 

Um von ellipsoidischen Höhen aus einer GNSS-Messung auf Gebrauchshöhen zu kommen, ist es also notwendig die Undulation an meiner Position zu kennen. 

 

Möglichkeit 1:

In flachen, kleinräumigen Regionen kann die Undulation als gleichmäßig betrachtet werden. Wenn man das Gebiet umgebende Passpunkte (NHN-Höhen bekannt) mit GNSS bestimmt, kann die Höhenkorrektur über eine Transformation mit Hilfe des GNSS-Empfänger bestimmt werden.

 

Möglichkeit 2:

a.)

Nutzung der kostenfreien Transformationsmessage, die SAPOS®-Baden-Württemberg mit den HEPS-Korrekturen über das mobile Internet und Ntrip versendet. Damit erhalten Sie in Echtzeit Gebrauchshöhen im Landessystem DHHN2016* (Status 170) mit einer Genauigkeit von unter 5cm.

 

Voraussetzung ist, dass die Messausrüstung dazu in der Lage ist die Transformationsmessage richtig zu verarbeiten, und dass die notwendigen Einstellungen am GNSS-Rover vorgenommen wurden.

Aufgrund der vielen unterschiedlichen auf dem Markt befindlichen GNSS Empfänger, externer Feldrechner und Softwarepakete ist es möglich, dass nicht alle Kombinationen unterstützt werden.

 

b.)

Nutzer des Echtzeitdienst können das Quasigeoid der Bundesrepublik Deutschland GCG2016 als Produkt der AdV beim Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) beziehen und im GNSS-Rover implementieren. Die Undulationen werden dann direkt bei der Messung angebracht.

 

 

*

Bitte beachten Sie, dass diese am 01.07.2017 eingeführten DHHN2016 (NHN-Landeshöhen, Status 170) leichte Abweichungen (0 cm bis -5 cm) zu den bisherigen DHHN92 (NHN-Landeshöhen, Status 160) aufweisen können.

Messungen und Auswertungen von Nivellements müssen stets im selben Höhenbezugsrahmen erfolgen!

 

 


 

 

Links:

# Transformationsdienste des LGL zur Umformung zwischen verschiedenen Höhenbezugsrahmen

# Transformationsdienst des BKG zur Umformung von ellipsoidischen Höhen zu DHHN2016 Landeshöhen